Posted by on Nov 14, 2016 in Geschäft, Humanities, Nachrichten und Gesellschaft, Unternehmergeist, Wirtschaft |

Solidaritäts- und weniger Sicherheitsüberlegungen gaben den Ausschlag für die Verlegung des Weltwirtschaftsforums nach New York. Eine Abkehr von Davos steht aber nicht zur Debatte.

Bern – Was vor drei Tagen schon die Spatzen von den Dächern pfiffen und am Dienstag seitens des «World Economic Forum» offiziell bestätigt wurde, durfte gestern formell auch der Bundesrat zur Kenntnis nehmen – womit auch Bundesbern offiziell New York als Tagungsort 2002 bestätigen konnte. Die Informationssperre sei, auf ausdrücklichen Wunsch von WEF-Präsident Klaus Schwab, aus Rücksicht auf die Bürgermeisterwahlen in New York verfügt worden.

d1Die gestrige Veranstaltung diente primär einer Präzisierung bereits bekannter Fakten. Entgegen anders lautenden Unkenrufen bekräftigte WEF-Direktor André Schneider «ganz klar», dass der Entscheid keine Abkehr von Davos bedeute. Das Treffen nächstes Jahr stehe unter dem Motto «Davos in New York», und es sei das Ziel des WEF, 2003 wieder ins Landwassertal zurückzukehren.

«Stärkste Antwort auf Terrorismus»

d3Laut Schneider erfolgt die Verlegung nach New York nicht aus Sicherheitsgründen, sondern sei symbolisch begründet. WEF-Gründer Schwab weilte zum Zeitpunkt der Terroranschläge vom 11. September in New York, und sofort sei ihm klar geworden, dass auf dieses Ereignis in geeigneter Form reagiert werden müsse: «Die stärkste Antwort auf den Terrorismus ist die Durchführung des WEF am Ort des Geschehens», sagte Schneider.

Die Beschwörung der Symbolik seitens der WEF-Spitze steht in einem gewissen Gegensatz zu den Erklärungs- und Beschwichtigungsversuchen der Behördenvertreter. So sagte Wirtschaftsminister Pascal Couchepin, der Bundesrat bedaure zwar den Entscheid, habe aber Verständnis für die Sorgen der Veranstalter um die Sicherheit. d4Schwabs Idee sei zwar eine «exzellente Lösung», doch damit New York ein «Zwischenspiel» bleibe, müsse jetzt umgehend das Sicherheitskonzept für das WEF 2003 in Davos erörtert werden.
Klipp und klar räumte der Bündner Volkswirtschaftsdirektor Klaus Huber ein, dass die Sicherheit für die Durchführung des WEF 2002 in Davos nicht gegeben wäre. Zwar hätten praktisch alle Kantone zugesagt, die Bündner Polizei zu unterstützen. Allgemein sei jedoch eine gewisse Zurückhaltung zu verspüren gewesen.